Am Wochenende in Waging: Stände, Musik und Kasperltheater

Waging am See. Beim Waginger Adventsmarkt am Samstag und Sonntag hat ein rundes Dutzend Stände mit einem kleinen, aber feinen Angebot für etwas vorweihnachtliche Atmosphäre in der Ortsmitte gesorgt, vor allem in den Abendstunden, wenn die Hütten von Lichterglanz in Szene gesetzt wurden. Dazu kam ein Rahmenprogramm mit Musik, Perchtenlauf (wir berichteten) und Kasperltheater für die Kinder. Allerdings hat das schlechte Wetter am Sonntagnachmittag die Besucherzahlen stark gedrückt.

Erfreulich war bei einem Bummel über den Markt zu sehen, dass an den Ständen viel Selbstproduziertes ausgestellt war: zum Beispiel Röcke im Trachtenstil, Mützen oder Tücher aus der privaten Nähstube „Näheule“ in Traunstein, Töpferei aus Greinachtal in der Gemeinde Wonneberg, Gestricktes vom Waginger Frauenbund, Schafwollprodukte vom Arbeitskreis „Traunsteiner Schafwolle“, Metallartikel aus dem Teisendorfer „Rost-Kammerl“ und manch anderes mehr, was dekorativ ist, die Adventszeit umrahmt oder warm macht. Die Damen des TSV Waging verkauften an der „Ski-Alm“ Punsch und Holzdeko, der Forstbetrieb Ruhpolding bot Wildbret an. Und auch Christbäume fehlten nicht im Angebot.

Gegen die klamme Kälte vor allem am Sonntag gab es beim Adventsmarkt neben den warmen Getränken natürlich die typischen „Aufwärm-Produkte“ wie Maroni, gebrannte Mandeln und dergleichen. Auch Bosna und „geringelte“ Kartoffelchips fanden ihre Abnehmer. Die jungen Afghanen, die in der Seestraße in Waging wohnen, boten Bolani an: eine Mischung aus Rinderhackfleich, Kartoffeln, Spinat, Tomaten und Lauchzwiebeln, verfeinert mit Gewürzen. Zudem hatten die jungen Asylbewerber Lesezeichen gestaltet, auf die sie auf Wunsch den Vornamen der Interessenten in arabischer Schrift aufmalten und gegen eine Spende abgaben. Beim Adventsmarkt wurden auch wieder Bilder des Malers Willi Wimmer angeboten. Außerdem gab es an diesem Stand Bücher mit Bezug zur Heimatkultur zu kaufen und die neuen Heimatbücher.

Für die Kinder war der Kasperl nach Waging gekommen: Im eigens dafür aufgestellten Märchenzelt wurde das Stück vom „Kasperl und der Mondscheinlaterne“ gespielt – im Zelt allerdings nur am Samstag: Am Sonntag musste das „Theater“ ins Café Oswald umziehen, weil eine heftige Windbö das Zelt zum Einsturz gebracht hatte. Bläsergruppen sorgten beim Markt für musikalische Einstimmung. Und schließlich bot der Verein „Waging bewegt“ am Glühweinstand Punsch beziehungsweise Kinderpunsch zum Aufwärmen an, was gerade am Sonntag sehr zweckmäßig war, da nach dem strahlend-blauen Morgen ab Mittag Nieselregen eingesetzt hatte.

Dieses grauslige Wetter trug nun nicht gerade dazu bei, adventliche Stimmung zu fördern, und deswegen war gerade am Sonntag der Besuch eher schleppend. Außerdem wurde von fast allen Standlbetreibern bedauert, dass der Markt so weit auseinandergezogen ist, dass – bedingt durch die Geschäfte, die sich nicht zustellen lassen wollen - soviel Raum zwischen den einzelnen Hütten ist; so könne einfach keine einheitliche Markt-Atmosphäre entstehen, hieß es übereinstimmend an den Ständen. Vorschläge gingen da hin, den Markt an einen Ort zu verlegen, wo die Stände im Ensemble zusammen stehen können: vielleicht nicht gerade in den Kurpark, wo der Markt doch weitab vom Schuss sei, aber vielleicht auf den Parkplatz bei der neuen Turnhalle oder – eine ganz neue Idee – in den Kirchhof. he

​Krampuslauf, Adventsmarkt, Glühweinstand

Waging am See. Die Adventszeit steht vor der Tür, Weihnachten ist nicht mehr allzu weit entfernt. In den Geschäften bemerkt man dies schon seit einiger Zeit, in der Dekoration ebenso wie im Angebot. Dazu kommen jetzt nach und nach verschiedene Veranstaltungen, die diese als „staade“ Zeit bezeichnete Zeitspanne prägen.

In der Marktgemeinde Waging ist dieses Adventsprogramm durchaus recht lebhaft: Ottinger Stallweihnacht, allabendlicher Glühweinstand am Marktplatz in Waging, Geld-zurück-Aktion der örtlichen Geschäfte, Adventsmärkte in den kleinerer Orten und in Waging selbst, Mühlberger Waldweihnacht, bis 16 Uhr geöffnete Geschäfte am Samstag und manch anderes mehr.

Damit die Menschen, die in den Ort kommen, dies auch optisch mitbekommen, erstrahlt rechtzeitig die Weihnachtsbeleuchtung. Der Verein Waging bewegt, insbesondere die Vorsitzende Lydia Wembacher, hat schon vor Jahren dafür gesorgt, dass sich so gut wie alle Geschäfte in Waging mit Weihnachtssternen ausgestattet haben und an ihrer Fassade auch leuchten lassen; inzwischen kümmert sich jedes Geschäft selber darum. Auch ein Christbaum wird am Marktplatz wieder aufgestellt – dekoriert von den großen, roten Kugeln, die Waging bewegt vergangenes Jahr besorgt und damit einen adventlichen Farbtupfer in der Ortsmitte gesetzt hat.

Viele Geschäfte haben bereits am Samstag, 26. November, erstmals auch am Nachmittag geöffnet. Die erste Aktion der Vorweihnachtszeit in Waging findet am Montag, 5. Dezember, statt: der Kramperlauf: Gegen 18.30 Uhr werden die Waginger Ortsstraßen voller Kramperl sein, die vor allem unter den jugendlichen Besuchern angenehme Schauergefühle verbreiten und durchaus ab und zu ihre Ruten spüren lassen werden.

Der Adventsmarkt selbst findet heuer am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Dezember, statt. Am Samstag gibt es gegen 17 Uhr einen echten Höhepunkt, nämlich den „Kramperlauf“ der Ruperti-Pass aus Ainring, im Volksmund meist als „Perchtenlauf“ bezeichnet. Das Angebot der Stände auf dem Marktplatz wird von Musikgruppen musikalisch in Szene gesetzt.

Was bis jetzt schon über den Markt bekannt ist: Die jungen Afghanen, die in der Seestraße in Waging wohnen, verkaufen typische Speisen ihres Landes, sogenannte Boulani oder Pilau. Die Metzgerei Perschl verkauft Bosna. Weiters gibt es Christbäume und Dekorations-Objekte aus Holz und rostigen Materialien, Schafwollprodukte, Töpferwaren und Kreuzsticharbeiten zu erwerben. Die TSV-Damen verkaufen Punsch und ebenfalls Holzdeko, der Forstbetrieb Ruhpolding Wildbret. An den beiden Adventsmarkt-Tagen findet mehrmals ein Kasperltheater mit Mia Kaiser-Wenig statt und es spielen Bläsergruppen.

Einen besonderen Anreiz bieten Waginger Geschäfte während der Adventszeit bei ihrer Aktion „Einkaufen – und Geld zurück“. Die teilnehmenden Mitgliedsgeschäfte von Waging bewegt geben bei einem Einkauf Zettel an die Kunden aus, auf denen die Bon-Nummer der Quittung eingetragen werden kann; dann braucht der ausgefüllte Zettel nur noch in die Box beim Glüheinstand neben dem großen Christbaum am Marktplatz eingeworfen werden, um an der Verlosung teilzunehmen. Jeden Werktag wird ein Gewinner gezogen: Der Glückliche bekommt in Form eines Gutscheins bis zu einer Summe von 50 Euro das Geld wieder zurück, das er in dem jeweiligen Geschäft ausgegeben hatte. Dieser kann wiederum bei allen gekennzeichneten Betrieben eingelöst werden. An den vier Adventssamstagen werden sogar jeweils vier Gewinner gezogen.

Als fester Bestandteil gehört der Glühweinstand zum Waginger Advent. An seinem Platz neben dem Rathaus ist er allabendlich ein Treffpunkt zum Ausspannen, Abschalten oder einfach nur zum Ratschen, natürlich auch zum Sich-aufwärmen, wenn die Temperaturen entsprechend sind. Der Glühweinstand ist an den Werktagen in der Vorweihnachtszeit ab 17 Uhr, jeden Samstag ab 11 Uhr geöffnet. Beim Kramperllauf am 5. Dezember und an den Tagen des Adventsmarkts werden hier in der Ortsmitte auch Bosna angeboten, ein Angebot des Café Oswald.

Und dann gibt es auch in der Umgebung noch zusätzliche adventliche Veranstaltungen, die zu besuchen sich sicherlich lohnen dürfte. In Otting veranstaltet der Theaterverein von Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. November, die Stallweihnacht. Am Sonntag, 18. Dezember, wird die Mühlberger Waldweihnacht wieder Anziehungspunkt für viele Menschen sein.

Wer sich also voll auf die Adventszeit einlassen will, hat in Waging alle Gelegenheit dazu. Allerdings sollte man bei all den vielen Angeboten nicht vergessen, seine Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Das sollte allerdings bei der Auswahl der Waginger Fachgeschäfte keine allzu schwierige Aufgabe sein. he

waging bewegt einkaufen in waging